Wenn Ratschläge auch nur Schläge sind, dann sind Vorsätze wohl so etwas wie die gemeine Schlägertruppe, die nach dem Unterricht in der dunklen Ecke des Schulhofs steht, Menthol Zigaretten raucht und jeden verprügelt, der nicht schnell genug ist. Und wenn sie einen erwischen, will man anschließend keine Petze sein und zugeben, dass einem ausgerechnet der ein Veilchen verpasst hat, der die 6. Klasse zum dritten Mal wiederholt. Nun klingelt es also zum Schulschluss und was tust du? Noch ehe die Uhr 13:05 schlägt, ist deine Tasche gepackt und der Hosenboden berührt den Stuhl schon seit Minuten nicht mehr. Die Oberschenkel brennen und alles oberhalb der Knie schwebt bereits in der Luft, als das Klingeln durch die Reihen dröhnt und du nicht mal mehr die Hausaufgaben hörst, um in der Menschenmasse unterzugehen und unbemerkt am Schlägerpack vorbeizukommen.  

Doch das muss nicht sein! Wir zeigen dir heute, wie du ganz entspannt um 13:08 Uhr an der Truppe vorbeikommst und ihnen vielleicht sogar ein süffisantes Zwinkern zuwerfen kannst.  

  1. Der 1. Januar muss nicht zwingend der Startschuss sein, um dich an die Schlägertruppe ranzuschmeißen. Lass dir Zeit und hetz dich nicht. Alles, zu dem man sich zwingt, gelingt meistens nur schwer. Es ist völlig okay, wenn du dich herantastest und anfangs zunächst langsam an ihnen vorbeigehst, ohne hinzuschauen und sie zu provozieren. Keine Sorge, sie finden dich sowieso.  
  2. Vorsätze sind meistens nur gemeinsam stark (und angsteinflößend). Freunde dich zunächst mit einzelnen und abseits der anderen an. Der eine Vorsatz zum Beispiel, der von dir will, dass du weniger streamst, ist direkt viel freundlicher, wenn nicht auch noch um die Ecke derjenige wartet, der verlangt, dass du dabei keine Süßigkeiten mehr isst. Immer einer nach dem anderen! 
  3. Nicht zu hoch stapeln! Es gibt Vorsätze, die wir so hochstecken, dass wir sie gar nicht erreichen können. Enttäuschung ist vorprogrammiert. Setz dir lieber Ziele, die für dich realistisch erscheinen. Das ist auch wirklich gar nicht schlimm, denn einer von ihnen wird ohnehin bald auf die Militärschule geschickt. 
  4. Nicht nur Vorsätze sind gemeinsam stärker, denn das gilt auch für dich! Einer der Vorsätze ist dir sehr wichtig, aber du hast die Befürchtung, allein nicht an ihn heranzukommen? Nimm deinen besten Freund oder deine beste Freundin mit! Zusammen könnt ihr ihn in einem ruhigen Moment abpassen und zu einem Kaffee einladen und ehe du dich versiehst, lacht ihr zu dritt über die anderen Vorsätze, die noch auf sich warten lassen. 
  5. Kein Vorsatz ist so fies, wie er wirkt, denn wahrscheinlich hat auch er nur zwei Vorsatzeltern hinter sich, die ihm einiges abverlangen. Einmal hinter die Schale geschaut, wird schnell klar, dass er gar nicht so schlimm, ja vielleicht sogar sehr umgänglich ist. Das Zauberwort hier ist das Zwiebelprinzip. Heute sind es vielleicht noch 6 Stunden Netflix, morgen dann 5, übermorgen 4 und ehe du dich versiehst, gehst du am Fernseher vorbei, um ein Buch zu lesen.  

Kurzum: Du möchtest mit dem Rauchen aufhören, kein Zucker mehr essen, ab heute vegan oder klimaneutral leben? Das ist super! Doch niemand schafft eines davon von Tag 1 an perfekt, ohne an Tag 2 mindestens 10 Minuten in Fötusstellung auf dem Badezimmerboden zu weinen und das ist auch gar nicht schlimm, denn wir sind auch nur Menschen (und das kann auch kein Vorsatz ändern). Egal, was du dir vornimmst, du kannst es schaffen! Lass dir einfach genügend Zeit, dein Vorhaben anzugehen, setz dich nicht unter Druck oder erwarte zu viel Perfektion von dir selbst, denn: Gut Ding will Weile haben! 😊 

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