Arbeiten im Home-Office: Unsere Überlebenstipps

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„Lost“ ist das Jugendwort 2020 und machen wir uns nichts vor: Wer sich 2020 nicht mindestens einmal lost gefühlt hat, der löst wohl auch einhändig und in unter einer Minute 23 Zauberwürfel. Trotz jeden Ärgernisses über geschlossene Bars, Abstandhalten an den Kassen und der drohenden Gefahr eines Lockdowns lässt sich eines jedoch nicht abstreiten: Wir sind Teil von Ereignissen, die Generationen nach uns in Geschichtsbüchern nachlesen können. Man wird dort von Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel und der Verweildauer von Viren auf unterschiedlichen Oberflächen lesen können, doch vielleicht auch über Menschen, die nicht wie gewohnt jeden Morgen in ihr Auto steigen, um an ihren Arbeitsplatz zu gelangen. Vielmehr geht es um eine neue Spezies, die allmorgendlich im Halbschlaf taumelnd, ungewaschen und in den Klamotten der letzten Tage zum Laptop stolpert, um dort weiterzumachen, wo sie am Abend zuvor aufgehört hatte. Man erzählt sich, das Geschöpf ernähre sich hauptsächlich von Konserven und allerhand Junkfood, kenne sämtliche Inhalte aller Streamingdienste auswendig und mache bei der Kleidung keinen Unterschied, ob er nun schläft, arbeitet oder das Haus verlässt, um seinen Konservenvorrat aufzustocken. Diese wilde, wenn auch scheue Kreatur kommt hierzulande immer häufiger mit dem Aufkommen der Pandemie und einer damit verbundenen Verlagerung des Arbeitsplatzes in das hauseigene Home-Office vor. Das Schlimme ist: es kann jedem passieren! Deswegen zeigen wir dir heute, wie du trotz Home-Office nicht zum Körperhygiene-Neandertaler wirst und gleichzeitig produktiv arbeiten kannst.

1. Morgenrou-was?

Richtig, eine morgendliche Routine ist auch im Home-Office wichtig! Die Verlockung ist groß, in den Tag hinein zu leben, lange zu schlafen und die Grenzen zwischen Werktag und Wochenende verschwimmen zu lassen, doch solltest du dieser Versuchung auch um deinetwillen lieber nicht nachgeben. Zwar musst du dir den Wecker nicht wie zuvor auf 6 Uhr stellen, aber bleibt doch vielleicht bei 8, um anschließend einen Kaffee und die neusten Corona-News zu genießen.

2. Schlafanzug ungleich Arbeitskleidung

Es klingt beinahe schon so unwichtig, wie es schon wieder wichtig ist. Ein Schlafanzug (gerne auch Nachthemd, Loungewear, Unterbuchse oder auch das Adamskostüm) ist für uns und unser Unterbewusstsein vor allem eins: Ein Mittel zur nächtlichen Entspannung und ein Zeichen zum Einläuten der Schlafenszeit. Du denkst jetzt na und? Ich kann genauso gut im Pyjama arbeiten! aber tatsächlich bleibt ein Teil unseres Gehirns im Bett zurück, solange wir uns nicht äußerlich davon verabschieden. Das bedeutet nicht, dass du im Konfirmationsanzug oder im Abiballkleid arbeiten sollst, sondern nur, dass die Schlafjogginghose und die Arbeitsjogginghose zwei unterschiedliche Jogginghosen sein sollten. Genauso wenig musst du dich jeden morgen schminken oder die Föhnfrisur deines letzten Hochzeitsbesuchs nachholen, allerdings: Zähneputzen und regelmäßig duschen sind ein Muss!

3. Der Arbeitsplatz

So wichtig wie die Arbeitsjogginghose ist auch der passende Platz zum Arbeiten. Du denkst jetzt kann ich nicht einfach meinen Laptop ins Bett holen? Klar geht das, aber nur, wenn du frei hast oder Magen-Darm. Ansonsten suchst du dir am besten den einen Platz in der Wohnung, der dich ungestört und produktiv arbeiten lässt. Das heißt, wir reden nicht von einer Stufe im Treppenhaus oder der Platz am offenen Fenster der Nachbarn, die sich tagsüber lautstark streiten. Viel Licht und die Möglichkeit zum regelmäßigen Lüften und ausreichend Ruhe sowie eine aufrechte Sitzmöglichkeit sind ideal.

4. Aufstehen, aufstehen, aufstehen

Nun hast du es also geschafft und deinen müden Körper an den optimalen Platz in deiner Wohnung bemüht, da kommt sie auch schon: Die stundenlange und super produktiv verbrachte Arbeitsphase, in der du nichts anderes getan hast, als auf deinen Bildschirm zu starren. Jetzt kannst du stolz auf dich sein. Oder nicht? Zumindest deine Gliedmaßen freuen sich nicht darüber. Was man nämlich oft vergisst: Im Büro wandert man zwischendurch gerne umher, besucht seine Kollegen, geht zum Drucker oder holt sich den sechszehnten Kaffee. Zuhause hingehen vergessen wir das häufig und bestrafen somit Nerven, Muskeln und unsere Durchblutung. Unser Tipp: Während des Telefonierens einfach durch die Wohnung laufen, stündlich einen Wecker stellen, um sich fünf Minuten zu strecken oder die Mittagspause etwas verlängern und ein- oder zweimal um den Block spazieren.

5. Das Sprechen nicht verlernen

Besonders im Home-Office läuft Vieles digital und so klären auch wir unsere Belange häufig über E-Mail-Weiterleiterei oder Chat-Unterhalten. Da ist es kein Wunder, dass wir uns irgendwann nicht mehr an die lieblichen Stimmen unserer Kollegen erinnern und sie an der Kasse hinter ihrer Maske nicht mehr erkennen. Daher: Bei Fragen oder kleineren Themen einfach kurz anrufen, eine kleine Arbeitsanekdote teilen und sich entsinnen, wie schön es ist, tolle Kollegen zu haben!

6. Wohnort ungleich Arbeitsort

Die Jogginghosen-Thematik findet auch in diesem Bereich Anwendung. Die Arbeit im Home-Office lebt jeher mit dem Vorurteil, viele Menschen würden nicht besonders produktiv oder viel arbeiten, doch weit gefehlt! Tatsächlich ist es viel eher so, dass wir besonders zuhause vergessen, dass wir zuhause sind. Aus acht Stunden werden gut und gerne zehn und der Feierabend verschwimmt mit der privaten Zeit. „Och, die paar E-Mails kann ich auch jetzt noch schreiben, obwohl ich schon im Bett liege“ oder „Der Laptop bleibt 24/7 an, damit ich immer erreichbar bin, aber das macht mir nichts aus.“ sind Sätze, die wir uns selbst gerne sagen hören, obwohl das weniger der Fall war, als wir noch täglich ins Büro juckelten. Es ist vollkommen okay, Überstunden zu machen und mehr zu arbeiten, doch solltest du dir unbedingt einige Grenzen setzen. Trag dir zum Beispiel im Kalender ein, bis wann du arbeitest und ab wann du nicht mehr erreichbar bist (Ja, das bedeutet dann auch, dass Firmenhandy und -laptop ausgemacht werden). Keine E-Mail, die um 21 Uhr kommt, kann nicht bis zum nächsten Morgen warten. Freizeit bleibt Freizeit und Arbeitszeit bleibt Arbeitszeit!

Wir hoffen, dass wir dir durch unsere Tipps ein wenig im Umgang mit den Home-Office-Herausforderungen helfen konnten. Bleib gesund und weiterhin produktiv (aber nicht zu sehr! 😉)

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