Virtuelle Vorstellungsgespräche: der neue Standard

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Es gibt dieses eine Wort, vor dem sich heutzutage keiner mehr verstecken kann. Ob wir nun die Zeitung aufschlagen, den Fernseher einschalten oder unser Handy für den neusten Tratsch in die Hand nehmen – bevor wir finden, wonach wir eigentlich suchen, steht es dort, das Wort des Tages seit elf Monaten: Corona. Diese fünfte Jahreszeit, die viel länger zu gehen scheint als die anderen vier, brachte uns neben all den Sorgen und Herausforderungen auch eines: die Notwendigkeit, in Sachen Digitalisierung voranzuschreiten. Hätte man vor zwei Jahren ein Vorstellungsgespräch am anderen Ende Deutschlands vereinbart, wäre ein Erscheinen vor Ort obligatorisch gewesen, während heute ein Gespräch in derselben Stadt wie selbstverständlich digital stattfindet. Ein Trend, der nur aufgrund der Pandemie anhält? Wir sagen nein! Wichtig dabei nur: digital heißt nicht weniger, sondern schlichtweg andere Vorbereitung. Wir glauben, dass digitale Vorstellungsgespräche weiterhin Teil unseres beruflichen Lebens sein werden. Deshalb haben wir für dich die besten Tipps für einen gelungenen Online-Auftritt zusammengestellt.

Nummer 1 Starten wir mit den Basics: Internet! Überprüfe vor dem Start am besten deine Internetverbindung, um böse Überraschungen zu vermeiden. Im schlimmsten Fall kannst du dir über dein Handy einen Hotspot einrichten. Kleiner Tipp: Bevor der Paketbote die heutige Überlebensration an Konsumgütern vorbeibringt – Klingel aus! 😉

Nummer 2 Wichtiges, wenn auch unterschätztes Basic: der richtige Ort. Stell dir vor, du sollst entscheiden, ob du jemanden dauerhaft in dein Unternehmen holen möchtest, doch als der Videocall startet, sitzt der Bewerber im Badezimmer, lehnt gegen die Küchenarbeitsplatte oder hat den Laptop auf seinem Schoß platziert, sodass dir nur sein vermeidbares Doppelkinn entgegengrinst. Um nicht desinteressiert oder nachlässig zu wirken, solltest du dir eine ruhige und aufgeräumte Ecke in deiner Wohnung suchen, die gut beleuchtet ist und dir erlaubt, deinen Laptop ruhig und in angemessener Höhe vor dir abzustellen.

Nummer 3 Schokolade. Richtig, jeder von uns hat seine Schokoladenseite. Teste daher am besten vorher, wie deine Kamera stehen sollte, damit du dich wohl fühlst und gleichzeitig gut beleuchtet bist. Du kannst z.B. deinen Laptop mit einigen Büchern erhöhen oder hinter ihm eine Lampe aufstellen, um Schatten in deinem Gesicht zu verringern. Was die Perspektive angeht, so kannst du dir circa eine Armlänge als Entfernung zwischen dir und der Kamera merken, um natürlich und nicht zu nah, aber auch nicht zu weit entfernt zu wirken.

Nummer 4 „Hallo? Hört man mich? Sieht man mich?“ ist für den Anfang vielleicht ganz charmant, sollte danach aber nicht mehr vorkommen. Besonders im Kontext eines Vorstellungstermins ist der Eindruck wichtig, also gilt es hier, auf sein Verhalten zu achten. Zwar ist der Blick auf deinen Astralkörper in der kleinen Ecke des Videocalls verführerisch, aber stell dir mal vor, du hättest einen Termin vor Ort und würdest dabei nicht dein Gegenüber, sondern dich selbst betrachten? Wenn du in die Kamera schaust, wird zumindest der Schein des Augenkontaktes gewahrt. Wenn das zu schwer für dich ist und du von dir selbst begeistert bist, kannst du ein kleines Foto von dir neben die Kamera kleben. 😉 Fast genauso ist es mit deiner Stimme. Natürlich klingst du wie Mariah Carry, aber mit deinem möglichen neuen Arbeitgeber solltest vorzugsweise dann sprechen, wenn du dran bist oder man dich nach etwas fragt. Also: nicht ins Wort fallen, nicht unterbrechen und dabei gleichzeitig so interessiert und begeistert wirken wie nie zuvor. Klingt schwierig? Schaffst du! 😉

Nummer 5 Die Frisur sitzt und der Lippenstift wurde von den Zähnen gewischt, da fällt es dir auf: das Star Wars T-Shirt, in dem du die letzten fünf Nächte geschlafen hast. Für ein Online-Meeting mit den jetzigen Kollegen vielleicht ausreichend, für den potenziellen neuen Arbeitgeber unangemessen. Du sollst dich natürlich wohl fühlen, allerdings gleichzeitig einen professionellen Eindruck machen. Das heißt: Hemd, Bluse und Sakko oder Blazer sind angesagt. Im Grunde kannst du das allerdings entspannt sehen: Oben hui, unten pfui (in diesem Fall aber: nicht aufstehen! 😉).

Nummer 6 Zu guter Letzt unterscheidet sich das digitale Vorstellungsgespräch inhaltlich kaum von einem Gespräch vor Ort. Du kannst dich sehr gut darauf vorbereiten, indem du dir vorab deine Stärken und Kompetenzen auf den Plan rufst. Sag dir immer: es gibt einen guten Grund, dass dieses Gespräch überhaupt stattfindet, denn du hast bereits im ersten Schritt auf dem Papier überzeugt. Du weißt, was du kannst und solltest dir dessen auch bewusst sein, ohne überheblich zu wirken. Informiere dich vorab über das Unternehmen und überlege dir Fragen, um dein Interesse zu verdeutlichen. Es ist schließlich ein Gespräch und keine Einbahnstraße. 😉 Ein wenig Nervosität schleicht sich immer ein, doch sei versichert: es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Sei authentisch und ehrlich – der Rest klappt meistens von selbst! 😊

Wir hoffen, wir konnten dir im Dschungel der digitalen Gespräche ein wenig Klarheit bringen und wünschen dir viel Erfolg bei deinem nächsten Video-Vorstellungsgespräch! 😊

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